Nach Übernahme durch Chinesen stieg Schiess-Belegschaft von 100 auf 280
Ein positives Beispiel für eine chinesische Übernahme in Deutschland bietet der Maschinenbauer Schiess GmbH. Die Belegschaft stieg seit der Übernahme 2004 durch die Shenyang Machine Tool Group (SMYG) von 100 auf 380. Leider müssen im Zuge des Auftragseinbruchs im Maschinenbau nun etwa 100 Stellen abgebaut werden. Dennoch bleibt die Übernahme eine Erfolgsgeschichte.
Laut Schiess-Geschäftsführer Torsten Brumme waren insbesondere die kontinuierlichen Investitionen der chinesischen Muttergesellschaft ausschlaggebend dafür, dass die Arbeitsplätze in Deutschland erhalten und sogar ausgebaut werden konnten. Dabei war die Belegschaft anfangs sehr verunsichert; wie viele deutsche Unternehmen gegenüber einer Kooperation mit Chinesen befürchtete auch Schieß am Anfang Know-How-Abfluss und Stellenabbau. Jedoch, so Brumme, steckt die wahre Ressource in der langjährigen Erfahrung der Mitarbeiter, die sich nicht in einer physischen Form abtransportieren lässt. Eine Meinung, die SMYG-Vorstandschef Xiyou Guan auch teilt: "Wir investieren nicht zukunftsorientiert an einem Standort, um dann nur das Know-how abzugreifen".
Natürlich war auch diese internationale Kooperation nicht ohne Probleme, insbesondere in der Anfangsphase. Jedoch gelang es, die Probleme durch intensive und direkte Kommunikation zu lösen und weniger neue Probleme aufkommen zu lassen. „Nur durch persönlichen Kontakt entsteht Vertrauen,“ sagt Brumme. Dass nun ein Viertel der (stark vergrößerten) Belegschaft gehen muss, ist natürlich bitter. Aber laut Brumme sollen möglichst viele Mitarbeiter wieder zurückgeholt werden, wenn sich die Lage gebessert hat. Chinesen denken ja langfristig.
Quelle: mz-web
